Atlantikblau - Surf.Yoga.Travel.

Reiseberichte aus dem Bulli von uns für Euch!

Frankreich, Sommer 2016

Semesterferien - für uns bedeutet das acht Wochen Freiheit. In den Tagen vor der großen Sommerpause ist die Entscheidung für Frankreich gefallen und wir packen alles wichtige zusammen. Zelt, Schlafsäcke, Longboards, Surfboards und Neos fliegen in die Dachbox des Astras. Noch in der gleichen Nacht fahren wir Richtung Süden, durch das Ruhrgebiet über Aachen nach Belgien. Im Radio läuft Musik aus Australien und gibt uns einen Push, die Vorfreude steigt mit jedem Kilometer, den wir uns der gelobten Atlantikküste nähern. Gegen Mitternacht fliegen wir südlich von Paris durch, die Nationalstraßen sind herrlich leer. Und dann, Stunden später stehen wir mit den Füßen im Atlantik, warten auf die Fähre die uns von Royan nach Verdon sur Mer bringen soll. Von hier sind es dann nur noch gute 10km bis zu unserer ersten Unterkunft in l'Amelie, welches ein kleines Dorf südlich von Soulac sur Mer ist. Trotz der langen Fahrt durch die Nacht und dem damit verbundenen Schlafmangel, stürzen wir uns in die Brandung. Um nicht völlig untrainiert in den Surfurlaub zu starten, sind wir Wochen vorher mehrmals auf den umliegenden Seen mit den Brettern paddeln gewesen. Dies zahlt sich nun aus, fast mühelos gleiten wir durch die Wellen und sitzen wenig später völlig alleine im Line up. Die Strömung trägt uns nach Norden die Küste hoch, mit jeder Welle entfernen wir uns weiter vom Auto. Irgendwann machen wir uns auf den Weg zurück, Feierabend für heute.
In dieser Ecke von Frankreich waren wir noch nie und so verbringen wir die Zeit zwischen surfen, essen und schlafen damit, neue Orte zu entdecken. Von Montalivet bis nach Lacanau sind wir unterwegs und lassen es uns gut gehen. Den besten Schokokuchen im Urlaub essen wir in Carcans Plage, rechts neben dem großen Platz ist eine kleine Konditorei, die diesen verkauft.
Nach einer Woche im Süden Frankreichs ziehen uns die Wellen Richtung Norden. In der Bretagne sollen in den kommenden Tagen deutlich größere Wellen auf die Küste treffen. Ein Blick auf die Forecastseiten zeigt den Sturm, der auf dem Atlantik wütet. Doch bis dieser eintrifft, ist noch gut eine Woche Zeit. Auf der anderen Seite müssen wir auch noch 500km nach Norden fahren.
Nach einer halben Woche auf überfüllten Campingplätzen ohne Wellen sind wir am Ziel, doch leider zu früh wie wir erkennen müssen. Vor uns breitet sich der große blaue Teppich aus und bewegt sich nicht. Also wieder ins Auto, den Strand ein Stück hoch. Auf dem nächsten Parkplatz stehen die Autos von zwei Surfschulen und noch viele weitere Busse und Autos mit Dachträgern, aber ohne Boards. Voller Freude laufen wir über die Dühne und tatsächlich, vor einem Bunker, der vom Wasser umspült ist, ist alles voll mit Surfern. Wir beobachten das Geschehen eine Zeit lang, die Wellen brechen mit einem guten halben Meter, das ist schon mehr als wir die letzten Tage zu sehen bekamen. Doch als der erste Surfschüler mit seinem Board frontal auf den Bunker fährt, beschließen wir, uns heute nicht mit den anderen um die Wellen zu schlagen.
Tags drauf werden wir von Windböen geweckt, die gegen das Zelt schlagen. Nach kurzem Nachdenken fällt es uns ein: der Sturm ist da. Los gehts, Frühstück fällt aus, wir fahren direkt zum Strand und klettern mit dem Brötchen in der Hand die Dühne rauf. Der Himmel schwebt wolkenverhangen über uns und ein feiner Nieselregen wird uns ins Gesicht gedrückt.  Dann liegen sie vor uns: Overhead Wellen, 12 Sekunden Periode. Nach den ganzen letzten Tagen ist dies der Moment, auf den wir gewartet haben. Nach einer wundervollen Surf Session sitzen wir im Poncho im Auto und rekapitulieren das erlebte.
Aber auch der schönste Urlaub ist dann vorbei, wenn etwas Unvorhergesehenes die Reise abrupt beendet. In diesem Fall spielte das Auto nicht mehr mit. Am Morgen waren wir auf dem Weg zum Strand als mit einem lauten Krachen das Differential brach. Gestrandet und auf Hilfe wartend saßen wir auf unserem Campingplatz und hingen unseren Gedanken nach. Doch dank den Eltern von Max befanden wir uns zwei Tage später auf dem Heimweg, den Astra auf einem Anhänger dabei.
Dies war dann auch ungefähr das Ende des Astras, etwas neues musste her. Die Lösung war dann ein Volkswagen t4, mit dem wir neue Abenteuer erleben werden.

 

Camping Municipal auf Quiberon
Marina Surfen
Max kleine Welle
Sonnenuntergang Verdon sur Mer